„QueerStart“ wird verstetigt – Erfolg für die queere Jugendarbeit
Lambda Bayern freut sich besonders über eine konkrete Maßnahme im Aktionsplan: Die Unterstützung bei der Gründung und dem Aufbau örtlicher LSBTIQA*-Jugendgruppen in ländlichen Regionen durch „QueerStart“ soll dauerhaft fortgeführt werden. Damit sichert das Jugendnetzwerk sein Projekt nachhaltig ab – ein großer Erfolg für die ehrenamtliche Arbeit des Verbands. Das Bayerische Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales fördert „QueerStart“ voraussichtlich bis Ende 2026 mit 110.500 Euro; eine Verlängerung bis 2027 ist durch zusätzliche Mittel der CSU- und FW-Landtagsfraktionen in Aussicht gestellt. Diese Unterstützung ermöglicht es, queere Jugendgruppen in ländlichen Räumen zu etablieren, wo bisher wichtige Schutzräume fehlten – ein Engagement, das im Bayerischen Landtag fraktionsübergreifend als „sinnvoller und notwendiger Baustein“ gewürdigt wurde.
QueerStart: Aufbauarbeit mit sichtbaren Erfolgen
Seit Frühjahr 2025 begleitet das „QueerStart“-Team Jugendliche und Ehrenamtliche in ländlichen Räumen von der Idee bis zur etablierten Jugendgruppe – mit Beratung, Schulungen und Unterstützung bei der Öffentlichkeitsarbeit. Die Erfolge sind messbar: Zwei neue Jugendgruppen konnten bereits dauerhaft etabliert werden, zahlreiche weitere sind in der Vorbereitung. Bayernweit treffen sich queere Jugendliche wöchentlich – oft das erste Mal, dass sie offen über ihre Identität sprechen können. Um neue Gruppen langfristig zu unterstützen, baut Lambda Bayern ein Patenschaftssystem auf, durch das erfahrene Gruppen ihr Wissen weitergeben. Ein sichtbares Ergebnis dieser Arbeit ist die „QueerStart-Box“: Sie enthält Materialien, Spiele, Moderationswerkzeug und Pronomensticker für Gruppenstunden.Insgesamt 50 dieser Startpakete stehen bayernweit zur Verfügung. Die erste Box ging im April 2026 an das QueerCafé in Günzburg, weitere folgen an VIDA Landsberg oder die Equaliteens in Weiden. Beim CSD München Ende Juni 2026 stellt Lambda den neu entwickelten Leitfaden – im praktischen Quadrat – zur
Gründung queerer Jugendgruppen vor, der jungen Menschen einen einfachen Einstieg ermöglicht.
Studie bestätigt: Bedarf auf dem Land besonders groß
Wie dringend das Projekt „QueerStart“ gebraucht wird, zeigt auch die Studie „How are you? “ des Bayerischen Jugendrings: Fast 94 Prozent der befragten queeren Jugendlichen in Bayern haben Diskriminierung erlebt. Queere Jugendliche auf dem Land haben weniger Bezugspersonen und besuchen seltener queere Jugendzentren als Gleichaltrige in Städten. Über die Hälfte wünscht sich Freizeitangebote für LSBTIQA* in der Nähe. Hier setzt „QueerStart“ an: Lambda Bayern unterstützt gezielt queere Gruppen auf dem Land beim Aufbau sicherer Räume und attraktiver Angebote. „Mit der QueerStart-Box haben wir ein Werkzeug, das allen Jugendgruppen wirklich hilft. Und mit dem Gründungsleitfaden schaffen wir eine Grundlage für junge Menschen, die aktiv werden wollen“, sagt Jonathan Wehrstein.
Lambda Bayern bleibt engagiert
Mit der heutigen Veröffentlichung des Bayerischen Aktionsplans QUEER ist ein wichtiger Anfang geschafft. Das Jugendnetzwerk bringt sich als Stimme queerer junger Menschen gegenüber Politik und Gesellschaft weiterhin aktiv in die Weiterentwicklung ein. Dazu muss nun eine Begleitgruppe die Arbeit aufnehmen. Schritt für Schritt sollten weitere Maßnahmen für die queere Community in den kommenden Haushaltsplanungen des Freistaats Berücksichtigung finden. „Nur mit verlässlichen und gut ausgestatteten Strukturen kann der Aktionsplan seine volle Wirkung auch für queere junge Menschen in Bayern entfalten“, fasst Wehrstein zusammen.