Nora Plewa, Lisa Sommer und Jonathan Wehrstein übernehmen die Leitung des queeren Jugendnetzwerks – herzlicher Dank an die scheidenden Vorstandsmitglieder Fabian Dorn und Lukas Hollering.
Das Jugendnetzwerk Lambda Bayern e.V. hat auf seiner turnusmäßigen Mitgliederversammlung einen neuen Vorstand gewählt. Für die kommenden drei Jahre übernehmen Nora Plewa (Würzburg), Lisa Sommer (Landshut) und Jonathan Wehrstein (Augsburg) die Verantwortung für den Landesverband, der sich für queere Jugendliche in Bayern einsetzt.
Der neue Vorstand hat sich für die kommende Amtszeit klare Schwerpunkte gesetzt: Im Mittelpunkt stehen die weitere Professionalisierung des Jugendverbands, die engere Einbindung der Mitgliedsgruppen sowie der Ausbau von Peer-to-Peer-Strukturen zwischen den Aktiven. Daneben will der dreiköpfige Vorstand die Bildungsarbeit stärken, neue queere Jugendangebote in der Fläche sichtbarer machen und die Vernetzung auf kommunaler wie auf Landesebene intensivieren.
Ein besonderes Augenmerk gilt dabei der politischen Ebene: Lambda Bayern wird sich aktiv für die Umsetzung eines queeren Aktionsplans in Bayern einsetzen – als Stimme der queeren Jugend gegenüber Politik und Gesellschaft.
Dank und Anerkennung: Fabian Dorn und Lukas Hollering
Mit dem Vorstandswechsel enden zwei Amtszeiten: Fabian Dorn hat Lambda Bayern fünf Jahre lang ehrenamtlich mitgeprägt, Lukas Hollering zweieinhalb Jahre. Beide haben den Verband durch besonders anspruchsvolle Zeiten geführt – und hinterlassen eine queere Jugendorganisation, die stabiler, sichtbarer und moderner dasteht als je zuvor. In ihrer gemeinsamen Amtszeit haben sie den Verband durch die Corona-Pandemie und ihre Nachwirkungen gesteuert, ein frisches, zeitgemäßes Erscheinungsbild entwickelt und das Projekt QueerStart ins Leben gerufen, das mittlerweile erfolgreich in sein zweites Jahr geht.
Unter ihrer Ägide wuchsen die hauptberuflichen Strukturen: Lambda Bayern beschäftigt heute drei hauptamtliche Mitarbeiter*innen. Auch die Geschäftsstelle zog vom bisherigen Standort in Augsburg in die bayerische Landeshauptstadt München. Der Verband dankt den beiden für ihr intensives und leidenschaftliches Engagement. Sie haben Lambda Bayern nachhaltig geprägt und ein starkes Fundament gelegt, auf dem der neue Vorstand aufbauen kann.
Der neue Vorstand stellt sich vor
Der neu gewählte dreiköpfige Vorstand bringt vielfältige Erfahrungen aus der queeren Jugendarbeit, der Sozialen Arbeit und dem Recht mit – und verbindet dieses Wissen mit einem klaren Blick auf die Zukunft des Verbands.
Nora Plewa ist bereits seit drei Jahren im Vorstand von Lambda Bayern aktiv und tritt nun ihre zweite Amtszeit an. Sie studiert Diversitätsmanagement in Würzburg und leitet die queere Jugendgruppe DéjàWü. „Mir ist wichtig, Räume zu schaffen, in denen junge Menschen sich sicher fühlen und ernst genommen werden. Ich möchte den Verband sicherer und zugänglicher machen, Strukturen stärken und die Mitgliedsgruppen enger einbinden. Ziel ist ein Verband, der wächst, stabile Strukturen hat und queere Jugendarbeit in Bayern auf kommunaler und Landesebene unterstützt“, sagt Plewa zu ihrer Wiederwahl.
Jonathan Wehrstein bringt mehr als ein Jahrzehnt Erfahrung in der queeren Jugendarbeit mit. Beruflich arbeitet er als Jurist, was ihm einen geschulten Blick für klare Strukturen und verbindliche Rahmenbedingungen verleiht. Zu seiner Wahl sagt der Augsburger: „Die Erfahrung, ernst genommen und akzeptiert zu werden, möchte ich gern an andere weitergeben. Im Vorstand ist mir wichtig, die Professionalisierung des Verbands voranzutreiben, die Arbeit enger an den Mitgliedsgruppen auszurichten und Bildung zu stärken. Außerdem setze ich mich dafür ein, stabile Strukturen für queere Menschen zu schaffen – auf kommunaler und Landesebene.“
Lisa Sommer studiert Soziale Arbeit und ist seit vier Jahren in der queeren Jugendarbeit aktiv. Als Jugendvorstand und Gruppenleitung bei Queer in Niederbayern e.V. kennt die Ehrenamtliche die Bedarfe der Mitgliedsgruppen aus eigener Erfahrung. Deswegen ist ihr das Miteinander bei Lambda Bayern ein wichtiges Anliegen: „Vernetzungsarbeit habe ich immer als sehr hilfreich erlebt. Es ist mir wichtig, unsere Mitgliedsgruppen persönlich zu betreuen und effektive Strukturen für Peer-to-Peer-Support unter den Aktiven zu bieten. Ich möchte queere Jugendangebote noch sichtbarer und attraktiver gestalten.“
Queerer Aktionsplan Bayern: Lambda Bayern tritt für klare Weichenstellungen ein
Ein zentrales politisches Anliegen des neuen Vorstands ist eine jugendgerechte Gestaltung eines queeren Aktionsplans auf Landesebene. Lambda Bayern setzt sich dafür ein, dass der Freistaat Bayern weitere, über die drei im Januar angekündigten Maßnahmen zum Schutz und zur Förderung queerer Menschen – insbesondere queerer Jugendlicher – auf den Weg bringt. Queere Jugendliche sind in Bayern nach wie vor mit besonderen Herausforderungen konfrontiert: Diskriminierung in Schule und Freizeit, fehlende Anlaufstellen im ländlichen Raum und mangelnde Sichtbarkeit in Bildung und Öffentlichkeit.
Lambda Bayern fordert, dass ein queerer Aktionsplan konkrete und verbindliche Maßnahmen enthält und etwaige Lücken systematisch adressiert – mit Investitionen in Beratungsstrukturen, Bildungsangebote und die Förderung von Jugendgruppen vor Ort. Der neue Vorstand sieht Lambda Bayern dabei als wichtige Stimme auf kommunaler wie auf Landesebene: als Verband, der sowohl die Expertise der Mitgliedsgruppen einbringt als auch politisch klar Position bezieht, wenn es um die Lebensrealitäten queerer junger Menschen geht.